Oper sucht Klasse

Motiviert durch das Thema Castingshow kommen Jugendliche mit Musiktheater in Berührung.

Mit ihren musikalischen Castingshows haben die Fernsehsender vorgemacht, wie sich speziell Heranwachsende für dieses Format begeistern lassen. Sie fiebern nicht nur mit, sondern bewerben sich auch selbst um eine Teilnahme. Diese Faszination greift das Projekt auf, um bei Jugendlichen Interesse für Musiktheater zu wecken: „Oper sucht Klasse“ heißt es und ist zugleich Programm. Dabei geht es nicht darum, den nächsten Superstar zu ermitteln. Vielmehr sollen die Teilnehmer angeregt werden, sich künstlerisch-kreativ mit Musik und Gesang zu beschäftigen und zugleich die Castingshow als Medienformat kritisch zu hinterfragen. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt. Zum Mitmachen eingeladen sind jährlich fünf Schulklassen der neunten Jahrgangsstufe unterschiedlicher Berliner Stadtbezirke, pro Jahr etwa 140 Jugendliche.

Mehr als 1.000 Zuschauer im dritten Projektjahr erwartet

Um sich auf ihren Bühnenauftritt in der Komischen Oper Berlin vorzubereiten, besuchen die Teilnehmer zum Auftakt eine Aufführung, aus der sie später unter professioneller Anleitung bekannte Chornummern einstudieren – nach dem Musical „West Side Story“ im ersten und der Operette „Ball im Savoy“ im zweiten Projektjahr diesmal das Musical „My Fair Lady“ von Frederick Loewe. Im Schulunterricht analysieren sie das Prinzip der Castingshows und entwickeln ihre eigenen Kriterien, um die Darbietungen der anderen Schulklassen zu bewerten. „In der Oper-Castingshow präsentieren sie ihre Stücke dann zu Live-Klavierbegleitung, der Gesang auf der Bühne wurde im zweiten Projektjahr mit einer Performance und in diesem Projektjahr mit dem Aspekt Ausstattung ergänzt“, sagt Susanne Moser, Geschäftsführende Direktorin der Komischen Oper Berlin. Neben der Schüler-Jury kommentiert eine Profi-Jury, besetzt mit Medienvertretern, Künstlern und Intendant Barrie Kosky, die Auftritte. Über die Platzierungen entscheidet jedoch das Publikum, darunter Schulklassen, Lehrer, Betreuer und Familienangehörige. Schüler, die zunächst Zuschauer der Show sind, werden im Folgejahr selbst zu Kandidaten. So steigert sich auch die Zuschauerzahl 2016 auf mehr als 1.000 Personen. Als Gewinne der Show locken übrigens Eintrittskarten unterschiedlicher Platzkategorien – natürlich für einen Opernbesuch

Projekt-Steckbrief:

  • Genre: Theater / Tanz / Musical
  • Region: Berlin
  • Förderzeitraum: seit 2013
  • Fördersumme: 174.010 Euro
  • Träger: Stiftung Oper in Berlin, Komische Oper Berlin
  • Pate: Gerd Eggemann, PwC Berlin

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