RaSchOWL: Region macht Schule

Region, Tradition und Innovation der Berufs- und Arbeitswelten in Ostwestfalen-Lippe

Berufs- und Arbeitswelten selbst entdecken!
Fehlende berufliche Orientierung und Landflucht – das sind nur zwei Herausforderungen, an de-nen das neue Projekt RaSch OWL ansetzt. Welchen Beruf sie später einmal ausüben wollen, wissen Schülerinnen und Schüler der siebten bis neunten Jahrgangsstufe meist noch nicht. Dass es in der Region Ostwestfalen-Lippe zahlreiche mittelständische Unternehmen gibt, die auf Ihrem Gebiet Weltmarktführer sind, ist kein Geheimnis. Dennoch ist vielen unbekannt, was diese Firmen dazu macht und dass es hier spannende, innovative Berufsmöglichkeiten für junge Leute gibt.

Um den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, spannende Berufsbilder zu entdecken, entwickelt Thomas Retzmann, Professor für Wirtschaftswissenschaften und Didaktik der Wirtschaftslehre an der Universität Duisburg-Essen, ab März 2017 in Kooperation mit regionalen Vertretern und Pädagogen Lernmaterialien für sechs außerschulische Lernorte. Die Jugendlichen bekommen die Chance, selbstbestimmt und ihren eigenen Interessen folgend gegenwärtige, zukünftige aber auch vergangene Berufs- und Arbeitswelten zu erkunden. Das Projekt unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, mit interessanten Dialogpartnern ins Gespräch zu kommen, die berufliche Vielfalt der Region zu entdecken und so ihre Berufswünsche zu konkretisieren. An außerschulischen Lernorten erforschen sie durch aktivierende Lernmethoden nicht nur (Ausbildungs-)Berufe sondern lernen auch die Perspektive des innovativen Unternehmers kennen. Nach dem WIKI-Prinzip verfassen die Schülerinnen und Schüler im Anschluss Berichte über ihre Entdeckungen und Erkenntnisse. So entsteht mit der Zeit auf der eigenen online-Plattform ein digitales Schüler-Lexikon rund um Berufsbilder in Ostwestfalen-Lippe.

Innovation trifft auf Tradition

Dabei dienen nicht nur Unternehmen als außerschulische Lernorte. Auch in Industriemuseen werden die Jugendlichen das Arbeitsleben vergangener Generationen entdecken können. Diese Museen speichern den kulturellen Erfahrungsschatz der Region, aus dem die Schülerinnen und Schüler schöpfen können. So erfahren sie nicht nur, wie sich die regionalen Berufs- und Arbeitswelten über die letzten Jahrhunderte verändert haben, sondern auch, auf welche Tradition die heutigen innovativen Weltmarktführer vor Ort zurückblicken.

Ein Lenkungskreis, besetzt aus Vertretern verschiedener regionaler Institutionen, Unternehmen und Ministerien, sowie eine pädagogische Arbeitsgruppe konzipieren ab März 2017 Lehrmaterialien, die im Anschluss getestet, weiterentwickelt und dann veröffentlicht werden. Zu insgesamt sechs außerschulischen Lernorten werden didaktischen Konzepte entwickelt. Dazu gehören jeweils drei Museen und drei Unternehmen, die über Ostwestfalen-Lippe verteilt sind. Pate stand bei dem Projekt das Programm „Südwestfalen macht Schule“. Dieses lief als Regionale-Projekt in den Jahren 2013 bis 2016 im Kreis Olpe. Ziel ist es langfristig, das Projekt auch in andere Regionen Deutschlands zu bringen.

Projekt-Steckbrief:

  • Genre: Wirtschaftswertebildung
  • Region: Ostwestfalen-Lippe (Nordrhein-Westfalen)
  • Förderzeitraum: ab 2017
  • Fördersumme: 97.840 Euro
  • Träger: Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften und Didaktik der Wirtschaftslehre
  • Pate: Carsten Schürmann, PwC Bielefeld

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